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Dr. Gotthard Fuchs und P. Hans-Ulrich Vivell SCJ

der samstagmorgen zum Thema „Erlösung“ – Aber: „Die Warum-Frage ist müßig“

Die Begriffe „Erlösung, Befreiung oder Errettung“ werden in verschiedenen Kontexten benutzt – nicht nur im religiösen Sinn. Weil sie so vielschichtig sind, widmete sich jetzt Dr. Gotthard Fuchs in der Akademieveranstaltung „der samstagmorgen“ im Kloster Neustadt der Frage: „Erlösung – warum und wovon?“

In seiner Einleitung ging P. Hans-Ulrich Vivell SCJ auf verschiedene Situationen ein, in denen Menschen auf Erlösung hoffen: am Lebensende als Befreiung aus einem langsamen Sterben, vor einem Diktator, oder auch vor einer lebens-bedrohlichen Situation. „In Verbindung zu großen Lebensopfern bringt uns aber die Frage, was sich Gott dabei gedacht hat, nicht weiter“, betonte P. Vivell. Eine Auffassung, die der Referent Fuchs später noch einmal bestätigte: „Warum schaut Gott bei den Einen zu, bei Anderen nicht? – Die Warum-Frage ist müßig, weil es darauf keine Antwort gibt!“

Vielmehr, so Gotthard Fuchs, gelte es, Dinge hinzunehmen, weil sie nicht zu ändern seien, und darauf zu vertrauen, dass Gott ein mit-leidender Gott sei, der bei den Menschen ist und ihnen beisteht. Diesem Aspekt vom „christlichen Bekenntnis zum Leben angesichts von Angst, Lüge und Gewalt“ widmete er den ersten Teil seines Vortrags.

Jeder Mensch stehe in der Freiheit, sich im Handeln zu entscheiden – und tue dann auch Dinge, von denen er genau weiß, dass sie falsch sind. Dann sei es wichtig zu vertrauen, dass „wir auch dann nicht aus der Liebe Gottes entlassen sind.“ Im zweiten Teil ging Fuchs daher auf die „Kleine Er-Lösung und die große Befreiung“ ein, konkret: Wie sich die Verhältnisse durch den Glauben verwandeln können. Fuchs verwies darauf, dass der Glaube an diesen befreienden erlösenden Gott keine Lehrfrage sei, sondern eine existenzielle Lebensfrage.

„Gotthard Fuchs war wieder ein hervorragender Referent, der mit seinen Ausführungen und Erläuterungen in die Tiefe geht“, freute sich P. Vivell im Anschluss. Über 60 Teilnehmer an der Samstagsveranstaltung teilten diese Auffassung. Die gute Resonanz und vor allem die vielen Nachfragen und Diskussionsbeiträge waren ein Zeichen für diese Zufriedenheit.

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