Wandern mit Abstand – und der Kraft der Phantasie
10. Juni 2020
Zahlreiche Gläubige sind zum Gottesdienst in den Klosterpark gekommen

„Das Herz Jesu steht für einen zeitgemäßen, zugewandten und herzerfrischenden Glauben“ – Weihbischof Otto Georgens

„Zuwendung ist Herzenssache.“ – Dies war die zentrale Aussage in der Predigt von Weihbischof Otto Georgens beim Herz-Jesu-Fest im Kloster Neustadt. Rund 180 Gläubige waren in den Klosterpark gekommen, um diesen für die Herz-Jesu-Priester so wichtigen Gottesdienst mitzufeiern.

„Im Blick auf das Herz Jesu entdecken wir Gottes Zuwendung. Diese Quelle steht uns allen offen. Das Herz Jesu ist kein folkloristisches Anhängsel der katholischen Spiritualität, es steht für einen zeitgemäßen, zugewandten und herzerfrischenden Glauben.“ Mit diesen eindrucksvollen Worten schloss der Weihbischof seine Predigt.

Zuvor hatte er ausgeführt, inwiefern Zuwendung eine Herzenssache ist: Weil Menschen Menschen brauchen, die sie ansprechen und mit Namen anreden. Weil sie Menschen brauchen, die sie anlächeln, ihnen zuhören, sich ihnen zuwenden und zuneigen. Im Hospiz geschehe diese „Herzenssache“, wenn die dort Tätigen Wunder tun, indem sie sich sterbenden Menschen zuneigen, ihnen in ihrem Leid nahe sind. Auch während der Corona-Pandemie bedeute das Ende von physischer Nähe nicht das Ende von Zuwendung, betonte Weihbischof Georgens.

„Zuwendung ist Herzenssache, keine Kopfangelegenheit!“ Und sie geschehe oft im Kleinen. In der Welt seien die Gläubige gerufen als „Handlanger Gottes“, indem sie den Menschen seine Liebe weitergeben.

Der Gottesdienst wurde musikalisch gestaltet von Maria Seifert an der Orgel, Matthias Lambrich mit der Trompete und Katharina Bachtler-Großmann mit der Flöte. So wurde er, obwohl die Mitfeiernden nur verhalten singen konnten, dennoch festlich. Zwar gab es im Anschluss nicht – wie in den vergangenen Jahren – einen Sektumtrunk und ein Spanferkel.

„Gut für das Schwein, schlecht für uns“, kommentierte Pater Gerd Hemken SCJ, Rektor des Klosters, trocken. Im nächsten Jahr, so hofft er wie alle Mitarbeitenden im Kloster, wird das Herz-Jesu-Fest wieder wie gewohnt gefeiert. Daran anschließend soll auch der für dieses Jahr geplante Klostermarkt nachgeholt werden. Denn das Kloster hat ja Großes zu feiern: Vor 100 Jahren wurde es gegründet.

Foto ©: Kloster Neustadt

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