Geschichte des Klosters

Gründung und Aufbau des Klosters

Seit 1916 waren die Herz-Jesu-Priester auf der Suche, wo man sich in der Pfalz niederlassen könnte.

1919 wurde man auf das zum Verkauf stehende Gelände eines ehemaligen Steinbruchs aufmerksam. Im Oktober 1919 kam die bischöfliche Genehmigung zur Klostergründung und man brachte Verhandlungen über den Erwerb zum Abschluss. Das Gelände wurde angemietet und ein Jahr später gekauft.

Auf dem Gelände stand ein kleines Gartenhaus, in das P. Männersdörfer als erster Herz-Jesu-Priester am 27.1.1920 einzog. In diesem Gartenhaus hatte man eine erste Kapelle eingerichtet, in der P. Männersdörfer am 28.1.1920 die erste Hl. Messe feierte. Dieses Datum gilt für uns als Gründungs­datum des Herz-Jesu-Klosters Neustadt.

Am 20.6.1920 konnte in dem größeren Gebäude, das nun Konventsgebäude wurde, die Hauskapelle eingeweiht werden. Mit der Einführung von P. Johannes Thommes als Rektor am 3.8.1920 war die Klostergemeinschaft vollständig und die Gründungsphase beendet.

Bau der Kirche

Im Jahr 1926 wurde mit dem Bau der Kryptakirche begonnen Sie konnte am 8. Mai 1927 eingeweiht werden. Diese Unterkirche sollte als Übergangslösung dienen, bis eine große Hauptkirche später gebaut sei. Inzwischen ist das „Provisorium“ zur eigentlichen Klosterkirche geworden.

Gleichzeitig mit der Unterkirche begann man mit dem Bau des Bildungshauses. Bei seiner Einweihung (ebenfalls am 8. Mai 1927) war etwa ein Drittel des geplanten Exerzitiengebäudes fertig – die heutige „Villa“.

Der Zweite Weltkrieg und die Folgen

Dass schriftliche Belege aus der Zeit des Nationalsozialismus recht dünn sind, ist nicht verwunderlich. Zum Einen wurde damals noch keine Chronik geführt.

Darüber hinaus sind viele Dokumente in den Kriegswirren verloren gegangen.
Das Kloster war teilweise beschlagnahmt für das Militär; ein Schreiben aus dieser Zeit spricht von einer Belegschaft von 65 Mann. Außerdem wurde die Infektionsabteilung des Städt. Krankenhauses in der „Villa“ untergebracht. Die Exerzitienangebote mussten eingestellt werden.

Einziger Unterhalt des Klosters blieb die Aushilfe in den Pfarreien. Auch hier gab es Schwierigkeiten. Für den grenznahen Bereich der Südpfalz brauchte man Passierscheine, die oft willkürlich verweigert wurden.

In diese Situation hinein gehört der Name Robert Schumann. 1940 war er in Metz verhaftet worden und kam im April 1941 nach Neustadt, wo er im Kurhaus Kohler – wenige Schritte vom Klostergelände entfernt – interniert war.

Von Robert Schumann wird berichtet, dass er gern und regelmäßig an den Messfeiern im Herz-Jesu-Kloster teilnahm. Aufgrund der schrecklichen Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges wurden Robert Schumann, Konrad Adenauer und Alcide de Gaspari die Väter der europäischen Einigung.

Nach dem Krieg

Die Zeit nach Kriegsende war geprägt von Wiederaufbau und Rückkehr zur Normalität. Es waren einige Kriegsschäden zu reparieren, Als dann die Exerzitien im Haus wieder anliefen, sah man bald, dass die bisher vorhandenen Räumlichkeiten nicht mehr ausreichten.

Am alten Exerzitiengebäude weiter zu bauen, wäre zwar denkbar gewesen; aber man entschied sich, ein neues und größeres Gebäude direkt neben der Kirche zu errichten.

Der nächste Bauabschnitt

Mit der Liturgiereform musste auch die Kirche umgestaltet werden. Man hat diese Gelegenheit zu einer kompletten Innenrenovierung genutzt. Aber man brauchte auch zusehends mehr Platz im Bildungshaus. Besonders eine große Aula war notwendig geworden – bisher gab es als einzigen großen Raum nur den Speisesaal.

Es entstand ein Bildungshaus, in dem rund 80 Zimmer mit etwa 100 Betten Platz fanden. Wo vorher eine einfache Halle für Gottesdienste gestanden hatte, wurde nun die Aula errichtet. Gleichzeitig entstand vor der Felswand eine neue große Hallenkirche, die 1974 eingeweiht wurde.

Der neue Chorraum

Ende der Siebziger Jahre entschloss man sich, das inzwischen marode gewordene Konventsgebäude durch einen Neubau zu ersetzen. Auf dem Platz, der nach Abbruch des alten Gebäudes frei geworden war, entstand ein im Verhältnis zur restlichen Kirche auffallend großer Chorraum.

Die Gestaltung der verschiedenen Elemente im Altarraum geschah durch Prof. Gernot Rumpf in Rücksprache mit den Patres. Die Symbolsprache im Ergebnis entspricht damit unserer Spiritualität.

Neue Herausforderungen

Es hat sich vieles verändert: Die Zeit der Volksmissionen und der großen Vortragsexerzitien war vorbei. Bildungsveranstaltungen und Einkehrtage für kleine und mittelgroße Gruppen waren der Normalfall und bei den Exerzitien wollten die Menschen auch andere Methoden ausprobieren. Persönliche Erfahrung und erlebte Begegnung sind nun gefragt.

Diese Veränderungen brachten auch Anfragen an die Gestaltung unserer Räumlichkeiten. Eine groß angelegte Innenrenovierung im Jahr 1995 war unsere Antwort.

Provinzialat und Kloster Neustadt

In Deutschland ist unsere Ordensgemeinschaft kleiner geworden. Das Ziel, die Kräfte zu bündeln, brachte uns auf den Gedanken, das Provinzialat der Herz-Jesu-Priester nach Neustadt zu verlegen. Die dafür benötigten Büroräume entstanden in ehemaligen Gästezimmern über der Klosterkirche. Gleichzeitig ist aufgefallen, dass auch unser Bildungshaus ein Facelifting nötig hat. Außerdem machten Brandschutzauflagen einige Umgestaltungen nötig.

All dies wurde in den Jahren 2014 bis 2016 in Angriff genommen. Technik, wie sie inzwischen in Bildungshäusern als selbstverständlich erwartet wird, ist nun vorhanden, sei es Fernseher und WLAN auf den Zimmern oder Vortragstechnik in den Tagungsräumen. Außerdem bieten wir nun auch Urlaubern und Wanderern günstige Übernachtungsmöglichkeiten.

ÜBERSICHT DER NAVIGATION