Seminar über Alte Kulturen
Eine persische Perspektive:
Das Festungsarchiv von Persepolis und das Leben im Achämenidenreich
1933 wurde in der Stadtmauer von Persepolis im Iran ein großer Bestandteil an Tontafeln gefunden. Sie stammen aus der Zeit um 500 v. Chr., der Regierungszeit von Darius I. und haben das Bild vom alten Persien grundsätzlich geändert und bereichert.
Zum ersten Mal verfügen wir über eine große Sammlung von Primärquellen direkt aus dem Herzen des Achämenidenreiches (ca. 550-330 v. Chr.), die uns Aufschluss geben über Viehzucht, landwirtschaftliche Produktion und Bürokratie, aber auch über die Stellung der Frau, die Religion der Achämeniden, den antiken Nomadismus sowie Reisekönigtum und Reisende auf den Königsstraßen, das Pflanzen von Obstbäumen oder das Leben einfacher Arbeiter. Es gibt fast keinen Bereich der achämenidischen Geschichte, der nicht von der neuen Perspektive – einer wahrhaft persischen Perspektive! –, die die Tontafeln bieten, berührt wird.
Die meisten Tafeln sind in Elamisch verfasst, einer alten Sprache aus dem Südwesten Irans, die die Perser für Schrift und Verwaltung übernommen hatten. Eine kleinere Anzahl ist in Aramäisch geschrieben. Die meisten Tafeln tragen außerdem Abrollungen von einem oder mehreren Zylindersiegeln. Die aus den Abrollungen rekonstruierten Siegelbilder bilden heute das reichhaltigste Repertoire der achämenidischen Kunst. Sie sind vielfältiger als der monumentale Stil, der aus den Palästen von Persepolis bekannt ist, und enthalten einige echte Schätze. Die Siegel geben zudem oft Aufschluss über die Stellung einer Person in der Gesellschaft und ermöglichen in einigen Fällen sogar eine Art von professionellem Lebenslauf.
Nach ihrer Entdeckung wurden die Tontafeln zur Untersuchung an die Universität Chicago in den Vereinigten Staaten ausgeliehen. Seit der Gründung des „Persepolis Fortification Archive Project“ im Jahr 2005 wurde die Erforschung der Tontafeln intensiviert.
Wouter Henkelman ist derzeit zusammen mit dem Siegelexperten Mark Garrison Direktor dieses Projekts und wird das Material aus erster Hand vorstellen.
Kursnummer: 02
Veranstaltungsablauf:
Beginn: Samstag, 30. Mai 2026, 15.30 Uhr
Ende: Sonntag, 31. Mai 2026, 13.00 Uhr
Referent: Prof. Dr. Wouter Henkelmann, Altorientalist, Paris/Berlin
Leitung: Pater Hans-Ulrich Vivell SCJ
Teilnahmegebühr (pro Person):
Kurs/AE/ME: 64,00 €
Kurs/VP/EZ: 130,00 €
Kurs/VP/DZ: 116,00 €
Kurs/VP/EZ-Villa (Etagen DU/WC): 120,00 €
Anmeldeschluss: 22. Mai 2026
Wir freuen uns auf Ihr Kommen.
Ihr KLOSTER Neustadt Team
Referenten
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P. Hans-Ulrich Vivell SCJ (Ltg.)
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Prof. Dr. Wouter Henkelman (Ref.)