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Seminar über Alte Kulturen: Kairo – Isfahan, islamische Kunst- und Kulturgeschichte

Prof. Dr. Lorenz Korn, Professor für islamische Kunstgeschichte und Archäologie an der Universität Bamberg, ist der Referent des nächsten Seminars über Alte Kulturen im Kloster Neustadt. Thema ist „Kairo – Isfahan, islamische Kunst- und Kulturgeschichte“. Es findet am Wochenende 18./19.04.2026 statt.

Zum Inhalt: Unter den städtischen Zentren der islamischen Welt ragen Kairo und Isfahan durch ihren Bestand an Baudenkmälern heraus. Die islamische Architektur von Kairo hat die Architekturgeschichte des Mittelmeerraums, Nordafrikas und Westasiens über mehr als ein Jahrtausend mitgeprägt. Herausragende Beispiele von Moscheen, Schul- und Grabbauten, daneben Paläste, Wohn- und Wirtschaftsbauten sind lebendiges Erbe in einer Weltmetropole der Gegenwart. Isfahan war in zwei historischen Epochen Hauptstadt des Iran und gilt ebenfalls als Schatzkammer islamischer Baukunst. Die Architekturgeschichte des Landes spiegelt sich in der alten Freitagsmoschee mit ihren zahlreichen Erweiterungen und Umbauten durch die Jahrhunderte. Eine entscheidende Neukonzeption erlebte die Stadt unter Schah Abbas um 1600. Die Bauwerke dieser Epoche gelten als Höhepunkt persischer Architektur.

Zum Einstieg geht es um die Entwicklung von Kairo und von Isfahan durch die Jahrhunderte. Die Geschichte von Kairo und Isfahan wird jeweils durch ihre Lage und topographische Gegebenheiten mitbestimmt. Im Zusammenhang mit der politischen Geschichte werden Wachstum und Entwicklung beider Städte dargestellt. Herrscher verschiedener Dynastien gestalteten ihre Städte planvoll als Residenz- und Repräsentationsorte und zogen dafür nicht nur die Arbeitskraft ihrer Untertanen, sondern teilweise auch Spezialisten aus weit entfernten Regionen heran.

Anschließend wird die Entstehung und Ausgestaltung einer Hauptstadt von Kairo von der Gründung bis ins 15. Jahrhundert vorgestellt: Nach der Gründung als „Lagerstadt“ im 7. Jahrhundert wuchs Kairo beständig. Politische Umbrüche können mit bestimmten Bauwerken und ihren Merkmalen verknüpft werden. Die Ibn-Tulun-Moschee, die al-Azhar-Moschee und andere Bauwerke sind nicht nur Zeugnisse großstädtischer Architektur unter islamischen Vorzeichen, sondern an ihnen lassen sich auch regionale Traditionslinien, funktionale Entwicklungen und ästhetische Präferenzen ablesen.

„Kairo von den Mamluken bis in die Moderne“ mit der religiösen und profanen Architektur ist das nächste Thema: Die sogenannte „Sultan-Hasan-Moschee“ bezeichnet einen Höhepunkt mamlukischer Architektur in Kairo. An ihr können die kulturelle Vernetzung Ägyptens mit benachbarten Regionen abgelesen werden. Mit der Moschee Sinan Pashas wird ein Beispiel von Bauwerken erörtert, die scheinbar nach Istanbuler Plänen errichtet wurden. Im 19. Jahrhundert gibt es einen historischen Umbruch für Städtebau und Architektur.

Sonntags geht es Isfahan, zunächst um die Baugeschichte der alten Freitagsmoschee. In der Großen Moschee von Isfahan haben Bauforschung und archäologische Ausgrabung eine höchst spannende Baugeschichte aufgedeckt, die sich vom 8. bis ins 19. Jahrhundert erstreckt und mehrere Umbrüche in der architektonischen Konzeption der Moschee und ihrer Ausgestaltung aufweist. Dadurch wird die Große Moschee zu einer Art Architekturmuseum Irans in islamischer Zeit.

Weiter geht es um Isfahan im 17. Jahrhundert und die Umgestaltung von Isfahan unter Schah Abba. Er schuf um 1600 eine völlig neue Stadtanlage. Aus dieser Phase der Neugründung und aus der späteren Safavidenzeit sind mehrere Prachtbauten erhalten, die das Konzept von Funktion und Ästhetik der Hauptstadt unterstreichen. An ihnen lassen sich darüber hinaus der Stand der Architektur und des Baudekors in der klassischen Blütezeit Irans aufzeigen.

Weitere Informationen zu Kosten und Anmeldung bis 10. April 2026: info@kloster-neustadt.de oder Tel. 06321 8750

Foto ©: L. Korn, 2009, zu sehen ist Isfahan, Maidan mit der Kuppel der Scheich-Lutfulla-Moschee