Offene Exerzitien zur Osterzeit mit Pater Hans-Ulrich Vivell SCJ
23/02/2026
Gernot Rumpf: Künstlerische Gestaltungen im sakralen Raum
18/03/2026
Offene Exerzitien zur Osterzeit mit Pater Hans-Ulrich Vivell SCJ
23/02/2026
Gernot Rumpf: Künstlerische Gestaltungen im sakralen Raum
18/03/2026

Autorenlesung: Umgang mit Sterbewünschen und assistiertem Suizid

„So will ich nicht weiterleben“ ist der Titel eines Buches von André Böhning und Silke Winkler. Darin geht es um „Sterbewünsche und assistierten Suizid als Herausforderung für die Seelsorge“. Jetzt haben sie das Buch und Inhalte daraus bei einer Lesung im Kloster Neustadt vorgestellt.

Die Themen und Rückfragen des Abends waren vielfältig, die mehr als 40 Teilnehmenden waren sehr interessiert. Stichworte, die immer wieder fielen, waren beispielsweise: Schmerzen, Verzweiflung oder „den Ängsten Ausdruck verleihen“.

„In der Praxis hören wir immer wieder Sterbewünsche. Doch wenn wir dann im Gespräch darüber sind, stellt sich immer wieder heraus, dass der Sterbewunsch eigentlich kein wirklicher Sterbewunsch ist“, sagt André Böhning. Das zu verstehen sei wichtig, betonten André Böhning und Silke Winkler vielfach. Es wurde deutlich, mit welch großer Erfahrung sie über dieses sensible Thema sprechen können.

So gab es eine Fülle von ethischen, religiösen und spirituellen Anregungen. Vor allem schilderten die beiden Begegnungen aus der Praxis und ließen dabei auch immer Zeit für Fragen.

Oft bedeute die Äußerung des Sterbewunsches, dass er mit der Schwere seiner Erkrankung und mit dem damit verbundenen Leid nicht zurechtkomme und Angst davor hat: „Es wird ja nicht mehr besser.“ Das ist eine der Grundaussagen des Buches. Schwerkranke Menschen möchten vielfach eigentlich leben, aber nicht so. Manchmal ist der Sterbewunsch eine Frage der Einsamkeit, einer depressiven Verstimmung oder gar ganz einer Depression: „Viele Menschen wollen eigentlich leben und brauchen Aufmerksamkeit!“ Und manchmal beinhaltet der Sterbewunsch den Wunsch nach einem Austausch über das eigene Sterben und den Tod.

„Kernthemen des Buches sind der Umgang mit Sterbewünschen und der mögliche Umgang mit der Frage nach dem assistierten Suizid. Es geht aber auch um das persönliche Umfeld, Angehörige und Freunde von einem Menschen, der mit dem assistierten Suizid versterben möchte.“ In der Auseinandersetzung mit dem Thema sei es vor allem wichtig, die Gedanken zu sortieren und Ruhe und Struktur in die Situation zu bringen.

Deshalb richtete sich der Abend im Kloster Neustadt an ein vielfältiges Publikum: an Fachkräfte aus Medizin, Pflege und Seelsorge ebenso wie an Betroffene und Interessierte. „Wir wollen mit dem Buch und der Lesung Anregungen geben zum Umgang mit einem Sterbenswunsch und dem assistierten Suizid, beides gut strukturieren und versachlichen“, sagt André Böhning.